Erwachsenenalter, Alterungsprozess und Langlebigkeit
Obwohl unser genetisches Potential den meisten von uns erlauben
würde, 100 Jahre und älter zu werden, erreichen nur wenige von uns ein
Alter von 90, geschweige denn 100 Jahren. Verbesserte Lebensbedingungen -
darunter bessere Ernährung, medizinische Versorgung und Hygiene haben
es ermöglicht, dass ein grösserer Teil unserer Bevölkerung länger lebt.
Allerdings heisst länger leben heute nicht zwangsläufig besser leben.
Es hat keinen Sinn, unsere maximale Lebensdauer verlängern zu wollen,
solange wir nicht in der Lage sind, unsere heutige Lebensdauer bei
vergleichsweise guter Gesundheit auszukosten, d.h. mit körperlicher und
geistiger Vitalität. Anstatt von einer Lebenserwartung von 200 Jahren zu
träumen, sollten wir uns darum bemühen, mehr als 100, womöglich sogar
bis zu 120 Jahre alt zu werden, und zwar so, dass wir bis zum Ende
unserer Tage grundsätzlich gesund sind.
Der Alterungsprozess ist ein langsamer Abbau der Funktion von
Körpersystemen, der im allgemeinen bestimmten voraussehbaren Mustern
folgt. Es gibt jedoch, was die Geschwindigkeit, das Timing und die
Reihenfolge der Ereignisse anbelangt, grosse Unterschiede zwischen
verschiedenen Individuen. Viele der Erscheinungen, die traditionell dem
Alterungsprozess zugeschrieben werden, sind in Wirklichkeit Folgen
angesammelter Belastungen in Form von schlechter Ernährung, zu viel
Alkohol und Tabak und zu wenig sportlicher Betätigung.
Die
Veränderungen, die mit dem Alterungsprozess einhergehen, sind eher eine
Folge unserer Lebensweise als unserer Lebensdauer. Wenn wir uns
sorgfältig um unseren Körper kümmern, können wir viele der
Veränderungen, die früher als unausweichliche Folgen des
Alterungsprozesses betrachtet wurden, verlangsamen oder sogar ganz
verhindern.
Schäden durch freie Radikale und davor schützende Antioxidantien-Supplemente.
Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte hat eine regelrechte
Forschungsexplosion eine überzeugende Theorie hervorgebracht, die
erklärt, weshalb Zellen altern, Funktion verlieren und sterben: die
Theorie der Alterung durch freie Radikale. Freie Radikale sind toxische,
stark reaktive Moleküle, die sehr schnell Stoffe in ihrer Umgebung
angreifen (oxidieren), was schwere Schäden an Zellmembranen,
Fettmolekülen, Proteinen und Desoxinucleinsäure (DNS) zur Folge hat.
Verstärkte oxidative Belastung kann diesen Vorgang beschleunigen, indem
sie die Bildung freier Radikale begünstigt, was zu degenerativen
Erkrankungen und verfrühtem Altern führt.
Darüber hinaus haben unsere Zellen, zum Schutz vor freien Radikalen
Sauerstoffteilchen, die aus den Mitochondrien entweichen, eine ganze
Reihe von Schutzschildern (oder "Antioxidantien") gegen freie Radikale
entwickelt. Diese können die freien Radikalen neutralisieren und die
Zelle schützen.
An der Theorie der freien Radikale ist besonders
faszinierend, dass sie uns eine konkrete Möglichkeit aufzeigt, die
Begleiterscheinungen des Alterns hinauszuzögern. Indem wir - durch
Nährstoffsupplemente in Verbindung mit einer optimalen Ernährung - dafür
sorgen, dass in unseren Zellen reichlich natürliche antioxidative
Verbindungen vorhanden sind, können wir uns weitgehend vor Schäden
aufgrund freier Radikale schützen. Die wichtigsten antioxidanten
Nährstoffe sind Vitamin A, Beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin E, die
Mineralien Zink, Mangan und Selen, die Aminosäure Cystein und das
Koenzym Q10.
Besondere Nährstoffbedürfnisse älterer Menschen
B-Vitamine und Vitamin C.
In Europa beziehen viele ältere Menschen nicht genug B-Vitamine,
insbesondere Folsäure und die Vitamine B6 und B12, aus ihrer Ernährung.
Mehr als ein Drittel der Erwachsenen, die über 65 Jahre alt sind, leiden
unter Vitamin-B12-Mangel, weil die Fähigkeit, dieses Vitamin
aufzunehmen, mit dem Alter stark nachlässt. Verglichen mit jüngeren
Menschen weisen 65-80jährige häufig einen weit niedrigeren Vitamin-B6-
und Folsäurespiegel auf. Ungefähr ein Viertel der älteren Menschen in
Europa haben einen niedrigen Vitamin-C-Spiegel im Blut.
Vitamin D.
Bei älteren Menschen nimmt die Fähigkeit der Nieren ab, Vitamin D aus
der Nahrung in seine aktive Form 1,25-(OH) umzuwandeln. Jüngere Menschen
können in ihrer sonnenbestrahlten Haut bedeutende Mengen an Vitamin D
herstellen, aber bei reiferer Haut lässt die Fähigkeit, das Vitamin
herzustellen, nach. Der Umstand, dass viele ältere Menschen,
insbesondere diejenigen mit Behinderungen, zu wenig Sonnenlicht kommen,
verschlimmert dies zusätzlich. Etwa die Hälfte aller älteren Menschen
konsumieren ungenügend Vitamin D, und fast ein Fünftel weist
Mangelerscheinungen auf.
Calcium.
Die durchschnittliche Calciumversorgung älterer Frauen und Männer liegt
weit unter der optimalen Menge. Erschwerend kommt zum Problem der
Unterversorgung hinzu, dass die Aufnahmefähigkeit des Darms für Calcium
mit dem Alter abnimmt. Die verminderte Empfänglichkeit des alternden
Darms für Vitamin D (das normalerweise die Aufnahme von Calcium anregt)
ist teilweise für die verminderte Calciumaufnahme bei älteren Menschen
verantwortlich.
Mineralien und Spurenelemente.
Der Ernährung älterer Menschen fehlt es oft an den Mineralien Zink,
Magnesium, Kalium, Selen und Chrom. Verglichen mit jüngeren Menschen
können sie Zink und Magnesium schlechter aufnehmen. Mängel an Zink und
Selen können zu einer altersbedingten Schwächung des Immunsystems
beitragen.
Die altersbedingten Veränderungen im Körper
Das Immunsystem.
Bei vielen Menschen nimmt die immunologische Schlagkraft mit dem Alter
ab, weil die Abwehrkräfte des Körpers nachlassen. Allerdings verfügen
nicht alle über ein schwächeres Immunsystem. Manche von ihnen haben ein
Immunsystem, das ebenso leistungsfähig ist, wie das eines jüngeren
Menschen, und der Ernährungszustand ist ein wichtiger Einflussfaktor auf
diese Unterschiede. Wir haben uns damit befasst, dass die Ernährung
vieler älterer Menschen an vielen Nährstoffen mangelt. Diejenigen
Nährstoffe, die oft in der Kost fehlen, sind sehr wichtig für das
richtige Funktionieren des Immunsystems.
Gehirn und geistige Leistungsfähigkeit.
Viele Menschen haben Angst vor dem altersbedingten Verlust ihrer
geistigen Fähigkeiten. Gehirnfunktion, Aufmerksamkeit und
Leistungsfähigkeit des Nervensystems von älteren Menschen, die optimal
mit Thiamin, Riboflavin und Eisen versorgt sind, sind denjenigen von
schlecht Versorgten überlegen. Geringfügige Mängel an den Vitaminen B6,
B12 und Folsäure können die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.
Niacin und die Vitamine E und C helfen, die Durchblutung kleiner
Blutgefässe im Gehirn zu gewährleisten.
Quelle Switamin