In den Medien tauchen immer wieder Berichte auf, die sich mit Nahrungsergänzungsmitteln kritisch befassen. Oft ist es dabei so, daß
wenn man den jeweiligen Bericht buchstäblich zur Kenntnis nimmt, sich dagegen nicht viel einwenden läßt, wenn man ihn in seiner Gesamtheit betrachtet, also zusammen mit dem Titelphoto und der Überschrift, man jedoch zu dem Ergebnis kommen muß, daß es sich dabei um pure Effekthascherei handelt.
Zunächst wäre festzuhalten, daß seriöse Wissenschaftler, die sich mit orthomolekularer Medizin befaßt haben, für ihre Forschungen Nobelpreise erhalten haben. Und es gibt eine große Zahl von Medizinern, die unter Anwendung solcher Forschung Behandlungserfolge nachweisen können.
Weiterhin ist das Thema Nährstoffbedarf für pauschale Betrachtungen relativ ungeeignet. Man kann bestenfalls feststellen, daß es Personengruppen gibt (Alte, Kranke, Leistungssportler, schwangere und stillende Frauen), die einen erhöhten Nährstoffbedarf haben, ansonsten ist die Frage des Nährstoffbedarfs doch sehr individuell zu behandeln.
Und dann wird wieder diese These aufgewärmt, daß der, der sich ausgewogen ernährt, keine Nahrungsergänzungsmittel benötigt.
Diese Aussage ist ebenso klug wie die, daß man keine Polizei bzw. Gerichte benötigte, wenn sich alle an die Gesetze hielten.
Die Praxis sieht eben - bedauerlicherweise - anders aus.
Tatsache ist, daß die meisten Menschen an sog. Zivilisationskrankheiten sterben und daß bei - von Fachleuten geschätzten - 70 - 80 % dabei die Frage der Ernährung eine signifikante Rolle spielt. Dies kann man nicht ignorieren.
Und ganz nebenbei, die Sache mit der ausgewogenen Ernährung ist auch nicht unbedingt einfach, und nicht nur für die, die aufgrund eingeschränkter finanzieller Möglichkeiten auf Billigangebote in Supermärkten zurückgreifen müssen.
In den U.S.A. sagt man "Wer Geld hat, isst im Restaurant, wer kein Geld hat, isst im Fast Food Restaurant, und wer überhaupt kein Geld hat, kauft im Supermarkt tiefgefrorene Burger, die er zuhause in der Microwelle zubereitet."
Dann ist die These, daß man bei gesunder Ernährung keine Nahrungsergänzung benötigt, doch pure Blasphemie.
Im übrigen wäre beispielsweise für die Aufnahme von 14 Milligramm Eisen der Verzehr von circa 29 Tomaten nötig, für 800 Milligramm des Vitamins A annähernd 8 Kilogramm gegarte rote Beete (ca. 6 kg in rohem Zustand). Und die Empfehlung, täglich mindestens drei Portionen Gemüse oder 400 g zu sich zu nehmen, wird nur von insgesamt 13 Prozent der Bevölkerung erreicht. Im Schnitt schaffen Frau mit 243 g am Tag etwas mehr als Männer (222 g), doch auch das ist noch deutlich zu wenig.
Ferner sei an den Vitamin D-Mangel bei einem großen Teil der Bevölkerung erinnert, vor dem Wissenschaftler eindeutig warnen - besonders im Winter.
Nahrungsergänzung ist längst Teil der Evolution, die Kritik daran bestenfalls auf dem Niveau von Verschwörungstheorien.
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